Ergebnisse von WWE Clash of Champions und Kritik

Geht euch das auch so? Gefühlt findet jedes 2. Wochenende ein PPV statt. Irgendwie fühlt sich das an, wie eine extra-Ausgabe von RAW. Ging mir bei Clash of Champions nicht anders. Aber schauen wir uns mal die Ergebnisse an und besprechen kurz, was diese für die beteiligten Wrestler bedeuten.

Zuerst einmal: ja, es war eine gute Großveranstaltung. Nicht herausragend, aber gut. In der Mehrzahl gute Matches mit überwiegend gutem Booking und dem richtigen Ergebnis.

Rusev vs. Roman Reigns um den US Title

Gewinner: Roman Reigns

Neuer Träger des US Title Gürtels ist Roman Reigns und das war genau die richtige Entscheidung. Nichts gegen Rusev, aber ich denke, dass der Titel bei Reigns besser aufgehoben ist und auch dem Wiederaufbau seiner Reputation nützt. Der einfachste Weg wäre meiner Ansicht zwar, Reigns Heel turnen zu lassen, aber WWE entscheidet sich offensichtlich für den mühsamen Weg und drückt ihn dem Publikum gnadenlos als Over teh Top Babyface aufs Auge. Man wird sehen, wer den längeren Atem hat.

Kevin Owens vs. Seth Rollins um die Universal Championship

Gewinner: Kevin Owens

Auch ein sehr gutes Match mit Luft nach oben. Man spürt förmlich, dass die In-Ring-Chemie zwischen beiden Wrestlern stimmt. Das Ergebnis ist auch okay – es gibt sicher bessere Momente, um Seth Rollins den Titel erringen zu lassen. Solange der Faceturn (so er denn kommt) noch nicht erfolgreich vollzogen ist, wird es keinen Titelwechsel geben. Das Wie fühlte sich auch ein wenig lahm an. Chris Jericho greift ein, aber auch nicht so richtig. Ein neuer Ringrichter muss bestellt werden … in dieser unklaren Situation schaltet Owens am schnellsten und behält den Titel in beste Chickenshot-Heel-Champ Tradition. Man weiß nicht, welchen Anteil Stephanie McMahon nun an der Sache hat und Mick Foley kommt immer mehr wie ein Idiot rüber, der nicht erkennt, was um ihn herum passiert. Das kann man alles sicher intelligenter lösen.

Cesaro vs. Sheamus in einer Best of 7 Serie

Gewinner: keiner

Ein wirklich sehr gutes Match, auch wenn die beiden Akteure damit so 1000 Mal aufeinandergetreffen sind. Sie schaffen es immer wieder, einen fesselnden Kampf abzuliefern. Und, holy shit – diesen verbotchten Suicide Headbutt Dive (was sollte das überhaupt werden?) von Cesaro auf den Hallenboden; da blieb einem echt das Herz stehen. So etwas überlebt im schlimmsten Fall auch ein Schweizer Supermann nicht. Bitte, lasst doch solche Spots weg.
Das Ergebnis war in irgendeiner Art zu erwarten. Jetzt kann man beide Wrestler in ein Tag Team stecken und sie auf Titeljagd gehen lassen. Ist ja auch schon passiert. In der jüngsten Vergangenheit hat WWE gute Ergebnisse damit erzielt; einfach zwei absolut gegensätzliche Charaktere zusammenbringen und auf das Wunder warten (Team Hell No,

Sasha Banks vs. Bayley vs. Charlotte um die Womens Championship

Gewinnerin: Charlotte

Sehr gutes Triple Threat Match, das den richtigen Ausgang fand. Momentan gibt es keine Notwendigkeit, den Titel von Charlotte zu nehmen. Sie liefert konstant gute Leistungen am Mikro und im Ring ab. Sasha Banks als Face Champion ist mir zu langweilig und für Bayley ist es noch zu früh. Außerdem entspricht es nicht ihrem Gimmick: der Underdog erhält den Titel nicht gleich auf dem Silbertablett serviert.

Chris Jericho vs. Sami Zayn

Gewinner: Chris Jericho

Oldtimer Chris Jericho macht gerade einen verdammt guten Job. Seine Partnerschaft mit Kevin Owens ist sehenswert und seine derzeitige stupid Idiot Attitüde äußert unterhaltsam. Seine Hauptaufgabe wäre es aber, junge Talente wie eben Sami Zayn rüberzubringen. Und da verwundert es mich, dass der alte Mann hier den Sieg erhält. Natürlich, ein Talent wie Zayn wird irgendwann auf die Siegerstraße finden, aber momentan ist er etwas in der Midcard verloren. Keine richtige Fehde, kein Ziel und der ehemalige Fehdenpartner Kevin Owens spielt jetzt bei den großen Jungs mit.

Nia Jax vs. Alicia Fox im Kickoff Match

Gewinnerin: Nia Jax

Der Kickoff hat es immer schwer. Vor allem, da es hier um nichts ging. Nia Jax erinnert mich in ihrer Rolle ein wenig an Braun Strowman (der dieses Mal gar nicht dabei war). Regelmäßige Squasher Matches, die zu nichts führen. Zugegeben, es ist auch richtig schwer, so eine Rolle zu booken.

T.J. Perkins vs. The Brian Kendrick um die WWE Cruiserweight Championship

Gewinner: T.J. Perkins

Ich mochte Brian Kendrick schon, als er noch nicht THE Brian Kendrick war. Und mit Kämpfern wie T.J. Perkins hat man nun die Qualität im Kader, um die Cruiserweight Division richtig voranzubringen. Ich fürchte allerdings nur, dass das so ein Bereich ist, für den sich Vince McMahon nicht sonderlich interessiert. Oder ein Großteil des Publikums …
Und bitte, delegiert ganz fix den Neville in diesen Roster.

The New Day vs. Karl Anderson und Luke Gallows um die Tag Team Championship

Gewinner: The New Day

Eigentlich gar kein so schlechtes Match, nur das Ergebnis und das Wie hinterlassen bei mir einen sauren Geschmack im Mund. Obwohl Anderson und Gallows alles versuchten, gingen sie wiederholt als Verlierer aus dem Ring und das nur, weil The New Day als Babyfaces wohlgemerkt eine schmutzige Aktion brauchten, um den ehemaligen Bullet Club zu besiegen. Deutet hier der regelwidrige Schlag mit Xavier Woods Posaune Francesca II. einen Heelturn an? Nach knapp 400 Tagen als Tag Team Champions wirkt das Unicorn-Gimmick sichtlich schal und ausgelutscht. Tja, und hätte jemand Gallows und Anderson zu ihrer Japan Zeit erklärt, dass sie kurze Zeit später die Edeljobber von WWE werden …

Fazit

Insgesamt ein PPV guten Durchschnitts. Wie gesagt, bei der Menge an PPVs, die WWE auf uns loslässt, ist es schwer, jede Großveranstaltung zu einem Must-See Event zu machen. Vom Booking her war der Großteil der Ergebnisse zu erwarten und nachvollziehbar. Überraschungen blieben sowohl positiv als auch negativ aus – was man mittlerweile bei WWE als Erfolg werten kann und sollte. Fast alle Fehden von Bedeutung wurden nicht aufgelöst sondern gehen in die Verlängerung. Da bringen wohl erst die nächsten PPVs Klarheit.

 

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