Warum Shinsuke Nakamuras Debüt-Match nur durchschnittlich war

Weitaus mehr haben die Wrestling Fans dem Debüt Match bei WWE Backlash von Shinsuke Nakamura gegen Dolph Ziggler entgegengefiebert, als dem Titelgewinn eines Jinder Mahals.

Das ist verständlich, denn der Name Shinsuke Nakamura wird in der Wrestlingwelt mit Ehrfurcht, ja fast Verehrung ausgesprochen. Jinder Mahal hat einfach nur das Glück, indische Wurzeln zu besitzen und einen Vince McMahon genehmen Körperbau aufzuweisen.

Allerdings hatten sich viele Zuschauer von Nakamuras Debüt auf großer WWE Bühne (sorry NXT, ihr seid nicht die große Bühne) mehr versprochen. Der schlaksige Japaner wirkte, als würde er mit angezogener Handbremse agieren, was beim King of Strong Style völlig ungewohnt ist.
Nun ja, selbst wenn Nakamura nur 50% seiner Möglichkeiten abruft ist das mehr, als 90% des aktuellen Kaders zu leisten imstande wären – aber auffällig ist dieses durchschnittliche Backlash Match schon gewesen. Am Gegner konnte es nicht liegen. Dolph Ziggler hat oft genug bewiesen, dass er jederzeit abliefern kann und ein Darkmatch bei SmackDown zuvor hat gezeigt, dass die Chemie zwischen dem Show Off und Nakamura stimmt.

Nein, Shinsuke Nakamura betritt einfach eine neue Phase seiner Karriere. 14 Jahre lang die Knochen für NJPW hinhalten, dazu ein Jahr NXT – das hinterlässt Spuren im Körper. Er ist jetzt 37 Jahre alt geworden und kann einfach nicht mehr im Stil eines 20jährigen durch den Ring fliegen. In irgendwelchen Indy-Ligen mag man das so erwarten, aber bei WWE ist das Tempo generell etwas niedriger, um die Wrestler zu schonen und langfristige Fehdenprogramme nicht zu gefährden. Ich möchte auch die Halsschlagadern eines Vince McMahon sehen, wenn Nakamura in einem SmackDown Match die high spots auspackt.
Wir werden meiner Meinung nach jetzt öfter durchschnittliche Nakamura-Matches sehen, in denen er nicht mehr riskiert als nötig. Nicht nur solche Matches, aber Sternstunden wie gegen Kota Ibushi, Okada, AJ Styles oder Sami Zayn werden immer seltener zu sehen sein.

Das ist okay, denke ich – denn was er kann, hat er bei New Japan und NXT bewiesen. Wer den spektakulären Nakamura sehen will, hatte dort seine Chance oder muss sich durch Youtube wühlen. Jetzt ist es an der Zeit, von dem Namen und dem Ruhm zu zehren, den er sich über Jahre aufgebaut hat.

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