Falls Ihr Euch fragt, was ein Doghouse ist …

… kann ich das nach dem diesjährigen Summerslam gut verstehen.

Ich habe das schon in meinem kleinen Wrestling-Lexikon (allgemein) zu erklären versucht, werde mich aber hier auch gern ausführlich dazu äußern.

Das Doghouse, also die Hundehütte, ist natürlich kein real existierender Ort. Es beschreibt eher einen Zustand, in dem sich ein WWE Wrestler befindet. Da haben wir auch schon die entscheidende Einschränkung genannt. Das Doghouse gibt es meiner Meinung nach nur bei WWE und zwar auch erst, seitdem jede andere ernstzunehmende Konkurrenz ausgeschaltet wurde.

Befindet sich ein Wrestler im Doghouse, hat er wissentlich oder unwissentlich etwas angestellt, was die verantwortlichen Personen einer Promotion (also zu 99% Vince McMahon) verärgert hat. Das kann alles Mögliche sein, angefangen von einer nicht autorisierten Promo bis hin zu einem verbotchten Matchende. Diesen Ärger bekommt der Wrestler nun zu spüren, indem man ihn in Schwachsinnsfehden steckt oder ihm eine veritable Niederlagenserie verpasst. Trägt er einen der weniger bedeutsamen Titel, befreit man ihn davon. Es wird also viel Energie darauf verwandt, ihn zu demütigen – was nicht best for business sein muss, aber eben genau deshalb sehr gut zu Vince McMahons Charakter passt. Man könnte den betreffenden Wrestler auch aus dem Programm nehmen oder ihn sogar feuern, aber dann könnte man ihn nicht so arschig vorführen.

Früher, in den guten alten Zeiten des Wrestling, war so etwas gar nicht möglich. Oder sagen wir mal, selten.
Wenn ein Wrestler entgegen der Pläne eines Promoters handelte, schneidete er sich sehr oft selbst ins Fleisch, da er sehr schnell gefeuert werden könnte. Abgesehen von den absoluten Ausnahmeathleten gab es ja an jeder Ecke sofort Ersatz. Da die Promoter untereinander klatschten und tratschten und jeder jeden kannte, sprach sich sowas schnell herum.
Andererseits, wenn ein Promoter irgendein krummes Ding plante, konnte es sein, dass der betreffende Wrestler seine Tasche packte und zum nächsten Promoter fuhr und noch am selben Abend in einem anderen Ring stand. Es gab ja genug Möglichkeiten.

Warum ich da auf den Summerslam 2017 komme?
Mir kann doch keiner erzählen, dass zum Beispiel Baron Corbin derzeit nur ein Zwischentief hat. Der rutscht gerade schneller die Karriereleiter hinunter, als er sie je hinaufgeklettert ist.
Schon dieses hochnotpeinliche Segment mit dem Money-in-the-Bank Koffer eine Woche zuvor hat nur noch Mitleid erregt. So sieht doch kein zukünftiges Talent aus?
Die einzige Frage hierbei ist doch, was hat der Freiherr angestellt (bzw. was wird ihm vorgeworfen) und wie lange soll sein Aufenthalt in der „Hundehütte“ andauern?

Dasselbe bei Rusev. Ich dachte, mit seiner Rückkehr vor ein paar Wochen wird alles besser. Bessere Fehden, leichte Gimmickändernung, vielleicht sogar ein Faceturn. Dass das Comeback nur ein Sackgasse sein wird, hätte man sich denken können, als er gegen John Cena in einem Flag Match gesteckt wurde. Faceturn oder auch nur Sieg waren damit utopisch geworden.
Ebenso beim Summerslam, als er von Randy Orton in Sekunden abgefertigt wurde. Der Herr Orton brauchte nach seiner erfolglosen Jinder-Fehde eben einen Aufbaugegner und Rusevs Reputation war zu diesem Zeitpunkt eh auf ein jämmerliches Häufchen Elend zusammengeschmolzen.

Diese Mißachtung von Talent (bei Rusev mehr als bei Corbin) und Ant-Booking kann sich doch nur aus einem Bestrafungsgedanken speisen.

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