WWE No Mercy 2017 war besser als erwartet

Ich muss zugeben: No Mercy war nie mein liebster WWE Pay Per View. Nach der Inflation von Großveranstaltungen bei WWE ist er sogar recht weit nach hinten gerutscht. Nichtsdestotrotz war die 2017 Ausgabe von No Mercy recht solide.

Ich möchte hier nur 3 Ergebnisse anreißen und kurz beleuchten und mich dann auf TLC (Tables, Ladders and Chairs) vorbereiten.

Enzo Amores Titelgewinn verstört alle – warum eigentlich?

Jaja, der Enzo … das Hühnchen auf Ecstasy.
Viele Leute regen sich nun auf, weil er Cruiserweight Champion werden durfte. Aber da frage ich mal: weshalb eigentlich? Er wird doch nicht mit dem CW Gürtel „belohnt“ sondern füllt nur eine Rolle aus und erzählt eine Geschichte. Nachdem man mit ihm als Einzelwrestler bei RAW oder SmackDown nichts anfangen kann, hat man ihn konsequenterweise zu den Cruiserweights „abgeschoben“, da seine Starpower dort noch am ehesten gebraucht wird. Ja, gebraucht wird. Die Cruiserweight Division wird dadurch wieder relevant. Nein, er ist Lichtjahre von der Ringpräsenz eines Neville entfernt, aber Neville ist ebenso Lichtjahre von den Publikumsreaktionen eines Enzo Amores entfernt. Jetzt schaut man sich die CW Division genauer an und wartet darauf, wie es weitergeht. Das ganze Geschehen schafft es sogar in den Main Event von RAW. Wenn das nichts ist, weiß ich auch nicht.

Brock Lesnar triumphiert über Braun Strowman

Meiner Meinung nach gibt es ebenso viele Gründe für dieses Ergebnis wie dagegen. Wobei der Sieg Lesnars eine Spur wahrscheinlicher war. Man hat sicher etwas in der Richtung Lesnar <> Reigns bei Wrestlemania 2018 vor, da wäre es unangebracht, ihm im Vorfeld den Titel abzunehmen. Allerdings wäre eine Kurzzeitfehde mit dem Herrn Strohmann auch denkbar gewesesen. 1-2 Titelwechsel um sich dann auf den Kampf gegen Roman Reigns zu konzentrieren.
Dieses Match kam auch sehr kurzfristig zustande, weil man bemerkt hat, dass die Leute das sehen wollen und Strowman ein beachtliches Momentum aufgebaut hatte.
Das ist jetzt leider deutlich abgebremst worden und ihm fehlen die glaubwürdigen Anschlußgegner.
Manchmal ist das so: wie man es macht, ist es falsch.

War Reigns vs. Cena jetzt die Fackelübergabe?

Der Sieg von Roman Reigns in dieser sehr zielstrebig aufgebauten Kampagne war von vornherein klar. Es passt einfach zu gut in seine Entwicklung. Allerdings hätte man einen größeren Impact erzielt, wenn es ein „I quit match“ gewesen wäre. Jetzt rätseln alle Fans darüber, ob es das für John Cena war oder der bisherige Posterboy von WWE noch einmal zurückkehrt.
Was mir hierbei sauer aufgestoßen ist, fand erst im Nachgang statt. Reigns erklärte bei Miz TV, dass dieser Kampf der bedeutendste seiner Karriere sei. Wir erinnern uns, das ist derselbe Samoaner, der eine Legende wie den Undertaker in Rente schicken durfte. Bei John Cena wissen wir nicht mal, ob dies sein letztes Match gewesen ist. Es ist auch derselbe Undertaker, der von John Cena in der berühmt-berüchtigten Promo als alter Veteran mit Hüftschaden verunglimpft wurde. Wofür legt sich eine Legende wie der Undertaker bei Wrestlemania hin, wenn das danach wie weggewischt wird?
Hat dieses Match nun irgendwas für Roman Reigns Standing bei den Fans gebracht? Wieviele Große Namen darf er demnächst noch zerlegen? Kommt Hulk Hogan zurück? Shwan Michaels? Superstar Billy Graham? Man weiß es nicht, aber gefühlt darf er offensichtlich alles gewinnen, in der Hoffnung, dass es mit ihm und den Fans irgendwann doch noch klappen möge.

Als nächste Entwicklung steht ja dann wohl eine Kurzzeit-Reunion des Shield an, wobei man sich als Gegner Miz und die Miztourage ausgeguckt hat. Gehen wir mal davon aus, dass das ein Testballon sein wird, ob die Zuschauer es besser finden, wenn Reigns erstmal im Shield zwischengeparkt wird oder seine Karriere weiterhin als Singlewrestler bestreiten wird.
Also: gutes Match der Beiden, aber es fühlt sich nicht nach einer großen Sache an.

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