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Wird AEW eine Gefahr für WWE?

Es wird dieser Tage viel über „das wahre Wrestling“ und die Promotion geredet, die es angeblich am Leben erhält oder besser gesagt, die Fackel weiterreicht: AEW (All Elite Wrestling).

Ein sehr großes Thema ist der Vergleich bzw. die zukünftigen Chancen im Bestehen gegen den eindeutigen Marktführer WWE. Gern werden dafür die schlechten Ratings der WWE Houseshows herangezogen, was meiner Ansicht nach aber zu kurz greift. WWE ist ungeachtet irgendwelcher Ratings und „Zuschauerzahlen“ ein höchst profitables Unternehmen und aufstrebende Talente wählen am Ende doch immer noch einen gut dotierten WWE Vertrag, auch wenn sie dann in Gefahr geraten, im Main Roster verheizt zu werden.

Meiner Meinung nach bedarf es eine andauernde Erfolgsserie von AEW, um eine ernsthafte Gefahr für WWE zu werden. Ein guter PPV (Double or Nothing) macht noch keine gute Promotion. Und bis jetzt konnte auch nur mit Dean Ambrose (jaja, jetzt Moxley … ich weiß) ein relativ bekanntes WWE Gesicht verpflichtet werden. So wie sich Ambrose im Jericho-Podcast geäußert hat, hat er WWE nicht einmal für AEW verlassen, sondern ist nur „zufällig“ da gelandet. Auch die Rhodes-Brüder wurden nicht von AEW in dem Sinne „abgeworben“ und vom Starstatus stehen sie auch noch weit unter Ambrose.
Also: solange sich nicht Roman Reigns, der Undertaker, Brock Lesnar oder John Cena für eine späte Karriere bei AEW entscheiden, ist das für mich nur ein kleiner Fisch mit einem großen Achtungserfolg. Vieles in der weiteren Entwicklung hängt auch vom Interesse des Eigentümers Khan (Milliardär mit pakistanischen Wurzeln) ab. Erinnert mich so ein bisschen an die vielen Fußballclubs in England, Spanien und Frankreich, wo sich arabische oder russische Magnaten einkaufen und das als Spielzeug ansehen. Früher Yachten und Rennpferde, heute Fußballvereine und Football-Teams. Ja gut, bei WWE bestimmt auch ein einzelner Milliardär die Geschicke, aber seine Familie ist bereits in dritter bzw. vierter Generation im Showkampfgeschäft.

Insgesamt wünsche ich AEW den maximalen Erfolg. Denn: WWE war immer nur gut, wenn sie von der Konkurrenz unter Druck gesetzt wurden. Hätte es die Attitude Ära ohne die Monday Night Wars gegen WCW Nitro gegeben? Auch als TNA Impact noch eine Show mit Strahlkraft war, belebte diese Konkurrenz das Geschäft. New Japan wird nicht als beständige Promotion mit richtigen Storylines wahrgenommen – daher fehlt dem Marktführer ein Gegner, an dem er sich reiben kann. All Elite Wrestling könnte diese Lücke ausfüllen.

TNA – Zeit zum Sterben

Sorry TNA, Du warst mal cool und erfrischend anders. Kein wirklicher Konkurrent zu WWE, aber eine gern gesehene Alternative. Christopher Daniels, AJ Styles, Samoa Joe und andere Talente haben im sechseitigen Ring gezeigt, was Pro Wrestling noch sein könnte. Von der Tag Team Division und dem Women-Wrestling ganz abgesehen. Zwischen den TNA Knockouts und den WWE Diven (schon die Bezeichnung ist einfach bescheuert) liegen Welten!




Mittlerweile hat sich diese Promotion selbst ins Aus geschossen. Der Verlust an Stars, die Rückkehr zum vierseitigen Ring, eine Bookingabteilung die diesen Namen nicht verdient … Ich möchte gar nicht mehr aufdröseln, was alles falsch gelaufen ist – da gibt es bessere Chronisten als mich – nur feststellen, dass ein Ende mit Schrecken besser wäre, als ein Schrecken ohne Ende. Soviel Geld kann doch jetzt gar nicht mehr im Jackpot sein, dass dieser schlechte Zirkus noch länger am Leben erhalten wird?!

Wenn ich die Wahl zwischen einer Kopie der schlechten WWE Segmente und den schlechten WWE Segmenten selbst habe, wähle ich doch das Original!

Es ist nur schade um die dort verbliebenen Wrestler mit Potential. Vielleicht erbarmt sich eine andere Promotion und bietet ihnen einen anständigen Arbeitsplatz. Für TNA wird es Zeit, die Türen zu schließen und die Stiefel an den Nagel zu hängen.