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Fehlt nur noch Vince Russo …

Obwohl, nach dem Betrachten der letzten WWE Monday Night RAW Ausgabe hatte ich schon beklemmende Befürchtungen, dass Vince Russo schon längst wieder zurück ist und sich irgendwelche Schwachsinnsfehden aus den Fingern saugt.

Einiges bei RAW deutete durchaus darauf hin.

Und ganz ehrlich: wenn Eric Bischoff (!) wieder mitmischen darf und Paul Heyman Ideen beisteuert (angeblich im harmonischen Einvernehmen mit Vince) – warum nicht auch der legendäre Booker mit dem schlechten Geschmack?

Was mich bei RAW echt genervt hat (neben einigen anderen Sachen, aber dazu später mehr), war dieses hochnotpeinliche Segment mit den beiden Kanellis (Mike und Maria) unter Beteiligung des neuen „Traumpaares“ von WWE: Seth Rollins und Becky Lynch.
Ich habe jetzt auch nicht ganz verstanden, wie es zu diesem Mixed Tag Team Match kam, aber dass uns mittendrin Maria Kanellis ihre Schwangerschaft verkündete und den Anschein erweckte, dass das Kind womöglich nicht von ihrem Ehemann Mike Kanellis stammt – war schon eine Erfahrung der dritten Art. Abgesehen von der Frage, weshalb sie mit diesem Wissen überhaupt an einem Mixed Tag Team Match teilnimmt, wirkte dieses Geständnis doch sehr konstruiert und geplant. Richtig krampfig. Während sie, das sollte man schon zugestehen, beim Abspulen ihres Textes doch recht überzeugend und richtig fies wirkte, müssen wir seine Schauspielleistungen letztlich als ungenügend klassifizieren. Also ähnlich seinem Wrestling. Höchststrafe (abgesehen von den Zuschauern, die diesen Bockmist ertragen mussten) für Hausvorstand und „Bitch seiner Frau“ Mike waren wohl der Dis-Arm-Her von Becky Lynch an ihm sowie die Drohung seiner Ehefrau, beim nächsten Mal doch Becky Lynch zu fragen, ob sie sie schwängern würde. Immerhin sei sie der einzige Mann im Ring gewesen.

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https://www.youtube.com/watch?v=HXBDQpknrZw

Ich sage mal, wenn man nur ein on-screen Couple ist, kann man das unter Umständen gut spielen – man zuckt nur mit den Schultern, liefert ab und steckt den Gehaltscheck ein. Aber ein verheiratetes Paar so eine Nummer abziehen zu lassen, das macht man nur, wenn man seine Angestellten ganz dolle lieb hat. So wie Vince McMahon. Denn wenn auch Paul Heyman zu dieser RAW Show beitragen durfte, riecht dieses Segment doch sehr nach McMahons Humorverständnis. Oder Zynismus. Aber das dürfte beim alten Mann des Wrestling so ziemlich dasselbe sein.

Familie Kanellis soll ja bei WWE um weitere 5 Jahre verlängert haben, was mich ein wenig ratlos zurücklässt. Ihr erster Run als Kanellis in Love scheiterte aufgrund grenzenloser Langeweile des Gimmicks grandios. Nun soll es also die Brechstange richten und wir bekommen menschliche Abgründe serviert. Ganz ehrlich: das soll 5 Jahre halten?
Das ist auch der einzige Grund, weshalb ich wissen möchte, wie es hier weitergeht. Was kann, muss und wird WWE aus dieser Storyline noch machen, um uns von der Wichtigkeit der beiden Kanellise zu überzeugen? Wird es mit Seth Rollins (sein Blick, als Babydoll Maria Kanellis erklärte, wie sie ihre erste Tochter aus dem Uterus „herauspresste“ und warum das preisverdächtig ist) und Becky Lynch zu tun haben oder waren das nur Initialzünder? Dritte Beteiligte würden sich hier ganz gut machen, denn wenn Mike Kanellis nur ein gehörnter Ehemann ist, wer hat ihr dann den Braten in die Röhre geschoben? Hei, wird das eine Schnitzeljagd nach der ausschlaggebenden Nudel. Wie zu besten Fremdschamigen Zeiten bei WWE. Und WCW.

Ach ja … da war noch was. Die RAW Ausgabe an sich.

Nun ja. Licht und Schatten.

Herr Strohmann und der Bobby lassen es krachen. Mit Wrestling zwischen den Beiden hat man es ja bei den Verantwortlichen nicht so. Mal vertreiben sie sich die Zeit mit Armdrücken, mal dürfen sie Matches mit dusty finishes abspulen und hin und wieder auch etwas spektakulär kaputtmachen. So wie bei RAW die große Videoleinwand auf der Bühne, durch die der Bobby vom Herrn Strohmann hindurchgedrückt wurde. Eventuelle Ähnlichkeiten mit Cleganebowl von Game of Thrones sind rein zufällig. Sprotzel, spratzel und eine tolle SloMo Aufnahme. Fertig für den Jahresrückblick.
Hey, niemand erwartet von Beiden jede Woche ein stellares Match, aber ein wenig mehr Wrestling zwischen den beiden Hünen wäre ja auch nicht so schlecht. Muss ja kein Highflying Lucha Libre Style sein, aber bei den gefühlten 1000 Tonnen im Ring ließe sich doch mal richtig überzeugendes Powerwrestling zelebrieren?!

WWE hat’s offensichtlich mit Pärchen. Bei den Kanellis macht eine Teambildung ja noch Sinn. Allein fehlt jedem von Ihnen das Charisma und das Können, um im Main Roster der Promotion zu bestehen.
Aber worin liegt bitte die Begründung dafür, Becky und Seth Rollins jetzt immer gemeinsam vor die Kamera zu holen? Becky verliert dadurch auf einen Schlag 50% ihrer Hotness und Seth Rollins wirkt eher wie der Sidekick seiner Freundin, als wie der Universal Champion von WWE.
Und überhaupt: das Babyface Seth Rollins überzeugt mich Null. Sein Wrestling ist immer gut bis hervorragend, aber seine Face-Rolle lieblos, einfallslos und in keiner Weise elektrisierend.
Ähnlich geht es mir mit Becky Lynch. Jetzt wo sie wieder das weichgespülte Babyface ist, sind die Publikumsreaktionen deutlich zurückgegangen. Und womit? Mit Recht.
Ich bin da ehrlich überrascht, wie sich meine ähnlich lautende Meinung zu WWE Champion Kofi Kingston langsam ändert.

Was ja mal richtig gut funktioniert hat, ist der im Main Event vollzogene Heelturn von AJ Styles. Mit Ricochet der richtige (weil glaubwürdige) Gegner, richtige Zeit, richtiger Ort. Jedes Mal, wenn man WWE wegen ihres einfallslosen Bookings kritisiert, zeigen sie, dass sie es doch können. Ich denke mal, hier kann er sich bei Heyman bedanken, der ja erklärter AJ Sytles Fan ist.

Undertaker, wir müssen reden

Lieber WWE Sensenmann, spätestens nach dem Saudi Arabien Disaster müssen wir reden. Und zwar über Dein Karriereende. Was Bill Goldberg angeht – nun ja, der Mann schuldet WWE nichts und WWE schuldet ihm nichts. Aber der Undertaker war lange Zeit das Arbeitspferd der Vince McMahon Promotion und hat Wrestlemania um Wrestlemania veredelt. Warum wird ihm kein Abschied in Ehren gegönnt? Warum muss er sein und das Leben seines Kontrahenten im Ring aufs Spiel setzen (und schaut euch bitte die Botches im Match von SSV an, das war hochgefährlich)? Dieser mißglückte Jackhammer, dieser grausame Tombstone Piledriver – aufgrund solcher Botches sind schon Karrieren beendet worden.

Und mal ganz abgesehen davon, dass dieses Match (neben der Triple H und Randy Orton Konfrontation) nur deshalb auf der Card stand, um den Arabern ein Legendenmatch zu präsentieren, das WWE wenig Aufwand aber einen guten Payday bescherte. Für dieses Nonsense Match musste nicht einmal ein aktuell laufender Angle geändert werden. Keine Storyline wurde dadurch tangiert, nichts. Es war ein unnötiges Match, das aus dem Nichts kam und nur einem Zweck diente: den zahlungsfreudigen Gastgebern zwei Ikonen am Ende ihrer Karriere zu präsentieren. Dass diese Wrestler hier ihr Leben aufs Spiel setzen – sprichwörtlich – nahm WWE in Kauf. Weder Undertaker noch Goldberg sollten in diesem Alter und körperlicher Verfassung ein Match bestreiten, das nicht einen deutlich jüngeren und ebenso erfahrenen Wrestler als Gegner beteiligt. Undertaker und Goldberg sind nicht mehr in der Lage, ein Match zu führen, in dem sie auf sich gestellt sind und das Match länger als 5 Minuten dauert und mehr als nur der Austausch von Signature Moves beinhaltet.

Wird AEW eine Gefahr für WWE?

Es wird dieser Tage viel über „das wahre Wrestling“ und die Promotion geredet, die es angeblich am Leben erhält oder besser gesagt, die Fackel weiterreicht: AEW (All Elite Wrestling).

Ein sehr großes Thema ist der Vergleich bzw. die zukünftigen Chancen im Bestehen gegen den eindeutigen Marktführer WWE. Gern werden dafür die schlechten Ratings der WWE Houseshows herangezogen, was meiner Ansicht nach aber zu kurz greift. WWE ist ungeachtet irgendwelcher Ratings und „Zuschauerzahlen“ ein höchst profitables Unternehmen und aufstrebende Talente wählen am Ende doch immer noch einen gut dotierten WWE Vertrag, auch wenn sie dann in Gefahr geraten, im Main Roster verheizt zu werden.

Meiner Meinung nach bedarf es eine andauernde Erfolgsserie von AEW, um eine ernsthafte Gefahr für WWE zu werden. Ein guter PPV (Double or Nothing) macht noch keine gute Promotion. Und bis jetzt konnte auch nur mit Dean Ambrose (jaja, jetzt Moxley … ich weiß) ein relativ bekanntes WWE Gesicht verpflichtet werden. So wie sich Ambrose im Jericho-Podcast geäußert hat, hat er WWE nicht einmal für AEW verlassen, sondern ist nur „zufällig“ da gelandet. Auch die Rhodes-Brüder wurden nicht von AEW in dem Sinne „abgeworben“ und vom Starstatus stehen sie auch noch weit unter Ambrose.
Also: solange sich nicht Roman Reigns, der Undertaker, Brock Lesnar oder John Cena für eine späte Karriere bei AEW entscheiden, ist das für mich nur ein kleiner Fisch mit einem großen Achtungserfolg. Vieles in der weiteren Entwicklung hängt auch vom Interesse des Eigentümers Khan (Milliardär mit pakistanischen Wurzeln) ab. Erinnert mich so ein bisschen an die vielen Fußballclubs in England, Spanien und Frankreich, wo sich arabische oder russische Magnaten einkaufen und das als Spielzeug ansehen. Früher Yachten und Rennpferde, heute Fußballvereine und Football-Teams. Ja gut, bei WWE bestimmt auch ein einzelner Milliardär die Geschicke, aber seine Familie ist bereits in dritter bzw. vierter Generation im Showkampfgeschäft.

Insgesamt wünsche ich AEW den maximalen Erfolg. Denn: WWE war immer nur gut, wenn sie von der Konkurrenz unter Druck gesetzt wurden. Hätte es die Attitude Ära ohne die Monday Night Wars gegen WCW Nitro gegeben? Auch als TNA Impact noch eine Show mit Strahlkraft war, belebte diese Konkurrenz das Geschäft. New Japan wird nicht als beständige Promotion mit richtigen Storylines wahrgenommen – daher fehlt dem Marktführer ein Gegner, an dem er sich reiben kann. All Elite Wrestling könnte diese Lücke ausfüllen.

Roman Reigns bei SmackDown – fühlt sich falsch an

Was bei NFL, NBA und NHL einfach ein Draft oder Pick up ist, heißt bei WWE in aller Bescheidenheit „Superstar Shakeup“. Im Zuge dieses Verschiebebahnhofs ist The Big Dog Roman Reigns zur B-Show (man muss es leider so sagen) von WWE gewechselt. Nach dem Abgang von Dean Ambrose machte die Beibehaltung der Shield Gruppierung keinen Sinn mehr – zumal Seth Rollins den Titel hält, der ursprünglich für Reigns vorgesehen war. Eine Fehde zwischen beiden ehemaligen Shield-Brüdern macht zu diesem Zeitpunkt keinen Sinn. Besonders dann nicht, wenn keiner von beiden zum Heel turnt.

Da der große Samoaner aber ein Wrestler ist, aber ohne Titelkampf nicht unterhält – war sein Wechsel zu SmackDown nur folgerichtig. Aus diesem Blickwinkel.
Ansonsten fühlt sich die ganze Situation nicht richtig an. Im internen Ranking muss sich SmackDown seit jeher hinter Monday Night Raw anstellen, ist sozusagen nur eine bessere Ersatzbank. Gemessen am Status von Roman Reigns und den Anstrengungen, die man unternommen hat, um ihn in der Publikumsgunst ganz nach oben zu bringen (vom Erfolg oder Mißerfolg sehen wir hier mal ab), ist der SmackDown Wechsel eher so etwas wie eine Bestrafung oder noch schlimmer: ein Eingeständnis, dass das Roman Reigns Experiment gescheitert ist?!
Reigns glänzt noch am ehesten in Fehden gegen große Namen. Die sind bei SD dünn gesät. Natürlich kann man argumentieren, dass ihm der Wechsel neue Konstellationen eröffnet, neue Fehden ermöglicht – aber so richtig große Namen sehe ich da nicht. Blieben noch die Titel. Sollte Kofi Kingston als Top Babyface weiterhin den höchsten Titel behalten dürfen, wird es sich WWE nicht leisten, Reigns als Herausforderer zu positionieren – wenn man nicht möchte, dass er aus der Halle gebuht wird. Alle anderen Gürtel sind nur Lückenfüller und Platzhalter – diese Phase einer Karriere sollte Reigns längst hinter sich gelassen haben.

Meiner Meinung nach wäre jetzt der richtige Zeitpunkt, um aus Roman dem verkrampften Babyface, Reigns den desillusionierten Heel zu machen. Ein Heel, der enttäuscht über seine Degradierung und ausbleibende Liebe des Publikums den gesamten Roster zerlegt, bevor er zurück zu RAW kommt. Bei Becky Lynch hat es ja schließlich auch funktioniert, auch wenn die Voraussetzungen andere waren.

Dean Ambrose verlässt WWE nach Wrestlemania

Es scheint kein Work zu sein: Dean Ambrose verlängert seinen Vertrag mit WWE nicht und wird nach dessen Auslaufen (Wrestlemania) WWE verlassen.

Angeblich ist die Unzufriedenheit von Jonathan Good mit der Entwicklung seines Charakters „Dean Ambrose“ ausschlaggebend für diese Entscheidung. Nicht wenige Ambrose und The Shield Fans haben die Entscheidung, Ambrose zum Heel zu machen und damit den Shield aufzulösen kritisiert. Auch wenn Ambrose als psychotischer Heel in seiner Fehde mit ex-Partner Seth Rollins immer öfter überzeugte, waren da einige zu peinliche Segmente eingestreut. Von einem Spot im Rennen um die Universal Championship ist er weit entfernt. Viele Leute haben vergessen, dass er eine zeitlang diesen Titel sogar gehalten hat. Der Tiefpunkt in der anstehenden „Trennung“ war erreicht, als ihn Nia Jax bei Monday Night RAW in einer shoot Promo unterbrach und aus dem Ring warf.

Ob diese Entscheidung übertrieben oder nachvollziehbar ist, mag jeder für sich beantworten – eins ist allerdings klar: dieser Split ist denkbar schlechteste Lösung für beide Seiten. So sehr Dean Ambrose auch mit seiner derzeitigen Rolle hadern mag und so lustlos und schlampig WWE seine aktuelle Entwicklung booked, ohne den Lunatic Fringe fehlt WWE ein Fanliebling und auffälliger Charakter. Jonathan Good wird sich, sofern er noch im Professional Wrestling bleibt, auf kleinere Brötchen einstellen müssen. Selbstverständlich würde man ihn in Japan mit offenen Armen empfangen, aber ob er dort in dasselbe Gehaltsgefüge rutscht, wage ich stark zu bezweifeln.

Wir hatten ja schon so einige Abgänge bei WWE miterlebt, aber im Falle eines Dean Ambrose ist das wirklich eine schlechte Nachricht. Schon fast vergleichbar mit CM Punk.

Diese 4 Wrestler will ich umgehend in der WWE Hall of Fame sehen

Bei den folgenden 4 Wrestlern ist es dringend geboten, sie in die WWE Hall of Fame aufzunehmen, denn dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie nicht mehr im Ring herumspuken.

  1. Undertaker
  2. Kane
  3. Triple H
  4. The Big Show

1. Undertaker

Der Mann ist eine Legende. Punkt.
Aber wie das mit so Ausnahmeerscheinungen ist, sie wissen nicht, wann es Zeit zum Abtreten ist. Der Undertaker hat diesen Zeitpunkt nun ganz klar verpasst und mittlerweile geht es nur noch darum, den Schaden einzudämmen, den er seinem Charakter zufügt. WWE muss seine wenigen Matches komplett durch-choreographieren, weil der Undertaker nicht mehr in der Lage ist, 100% zu gehen und seine Matches selbst zu gestalten. Das macht im Prinzip nur noch Tag Team Matches oder 5 Minuten Kämpfe mit einem erfahrenen Worker auf der anderen Seite möglich. In beiden Sachen will man eine Legende nicht versauern sehen.

2. Kane

Wenn wir schon vom Undertaker sprechen, müssen wir auch über Kane – seine dämonischen Bruder reden. Zugegeben, Glen Jacobs ist ein „corporate man“ – tut alles für die Firma. Verlässlich, loyal, intelligent und seit Jahren in der Entwicklung stagnierend. Die Wrestling Fans haben alles von seinem Gimmick gesehen, sie kennen seinen Charakter mittlerweile in und auswendig. Jetzt mit über 50 kommt auch nichts mehr Neues hinzu, da er seit August 2018 ein neues Betätigungsfeld (er würde zum Bürgermeister von Knox County gewählt) hat und nicht auf mehreren Hochzeiten gleichzeitig tanzen wird. Seit Jahren wird er von Vince McMahon nur noch sporadisch als Notnagel eingesetzt. Einen Run wird es nicht mehr geben und sein Alter lässt auch keinen großartigen Ringauftritt mehr zu. Unter diesen Aspekten gesehen, wäre es das Beste, wenn er seine längst fällige Aufnahme in die WWE Hall of Fame erhalten würde und sich dann ganz der Politik widmet.

3. Triple H

Schwer. Schwierig. Aus mehreren Gründen. Ich will da gar nicht zu sehr in die Tiefe steigen, aber es wird Zeit für The Game, die Stiefel an den Nagel zu hängen. Wer wissen will weshalb, sollte sich einfach den letzten Kampf mit seiner Beteiligung ansehen, als Shawn Michaels (mit 8 Jahren Ringpause) die Kastanien aus dem Feuer holen musste.
Triple H muss einfach akzeptieren, dass er im Ring kein glaubwürdiger Gegner mehr ist. Das 5000. DX Comeback will keiner mehr sehen. Seine Aufgabe liegt eindeutig darin, hinter den Kulissen zu wirken, NXT voranzubringen und sich auf die längst fällig Übernahme der gesamten Promotion vorzubereiten.

4. The Big Show

Immer wenn man denkt, es geht bookingtechnisch nicht schlimmer, zückt WWE die Big-Show-Option. Der Mann hat mittlerweile einen ausgemachten Drehschwindel, so oft hat man ihn einen Face- oder Heelturn absolvieren lassen. Mittlerweile fragen sich die Fans, wem er diesmal in den Rücken fällt oder beisteht (um ihm dann wieder in den Rücken zu fallen). Mit seinem begrenzten Können und seinen lieblos hingestreuten Einsätzen ist er in keiner Storyline mehr eine Bereicherung. Ein Match noch, meinetwegen Loser-leaves-town oder End-of-career / I quit und schnellstmögliche Aufnahme in die Hall of Fame.

(5.) Shawn Michaels

Der Showstopper, the Icon, the Heartbrake Kid steht pro Forma auch noch mit auf der Liste. Ich glaube aber, dass nun sein wirklich letztes Match bald gekommen sein wird. Da sich die Auseinandersetzung mit dem Undertaker wie es jetzt aussieht, nicht weiter fortsetzen wird, hoffe ich auf eine letzte Fehde gegen Daniel Bryan und dann endgültiger Ruhestand.

Diese Liste ist sicher erweiterbar, aber diese 4 Wrestler stehen für mich ganz oben mit dringlicher Priorität.

Kurz vor WWE Survivor Series: Becky Lynch verletzt, Daniel Bryan Überraschungschampion

Wie es aussieht, geht es kurz vor dem traditionellen Herbst PPV von WWE drunter und drüber. ich bin ehrlich, ich finde das Konzept der Survivor Series albern. Zwei Roster, die in sich selbst schon genug Eigendynamik, Storylines, Fehden und Gimmicks entwickeln, sollen für einen Tag als konforme Einheit funktionieren und gegen den anderen Roster oder Brand antreten. Wie glaubhaft soll das sein? Es gibt ja nicht einmal etwas zu gewinnen. Abgesehen von der goldenen Ananas.

Becky Lynch bei der RAW Invasion von Nia Jax schwer verletzt

Und ganz besonders unglaubwürdig ist die alljährliche Invasion des SmackDown Kaders bei RAW und die anschließende Retourkutsche von RAW bei der blauen Show. Jedes Jahr dieselbe Leier und jedes Jahr tut jeder maximal überrascht, dass dies passiert.

Zugegeben, Becky Lynch dabei zuzusehen, wie sie Ronda Rousey in ihrem Dis-Arm-Her quält war schon eine Freude. Ich komme mit Rousey nicht klar. Ihr grimmiger Gesichtsausdruck erinnert mit an ein Kind, das seine Süßigkeiten nicht erhält.
Den folgenden Brawl der SmackDown Damen mit den RAW Damen hatte man erwartet, aber der Ausgang bzw. die Konsequenzen dieser völlig sinnlosen Veranstaltung können einen Wrestling Fan nicht erfreuen:

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https://www.youtube.com/watch?v=HuAya4pbu-I

Nia Jax gongt „The Man“ Becky Lynch dermaßen Eine, das bei der Irin die Nase bricht und sich eine schwere Gehirnerschütterung zuzieht. Mit blutverschmiertem Gesicht bringt Becks (unter lautem Jubel und Becky-Rufen) den Angle zu Ende und zieht einer herbeigeeilten Rousey noch ein paar Mal einen Klappstuhl über. Dabei sorgt sie für eine totale Rollenumkehr, denn bejubelt wird die Heel-Championess aus dem blauen Brand und nicht der zusammengefaltete Damen-Roster der roten Show.

Am Dienstag bei SmackDown stellt sich heraus, dass Becky Lynch keine Freigabe der WWE Ärzte für den Survivor PPV am Wochenende erhalten wird, wo sie eigentlich auf RAW Championess Rondy Rousey treffen sollte. Schlimmer noch, sie musste ihren vakant gewordenen Platz an ihre Erzfeinding Charlotte Flair abtreten. Und jetzt kommt es ganz dicke: Bei der Übergabe umarmte sie mehr als innig ihre ehemals beste Freundin und nun Hassobjekt Charlotte Flair, mit der sie laut Storyline spinnefeind ist. Passt das zum mühsam aber erfolgreich aufgebauten Heel-Charakter?

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https://www.youtube.com/watch?v=m6BRM3Enzvw

Hier wiederholt sich die Superstar Billy Graham Story vom Verlegenheits-Heel-Champ, der mehr over ist als er sein sollte. Nur um dann urplötzlich mitten im Run abgesägt zu werden, weil es Langzeitpläne so wollten.

Nia Jaxa empfängt Backstage Heat

Jaja, ich lese und höre es überall. Keine Absicht, passiert halt, das ist eben das Risiko … yada yada yada.
Mag so sein oder nicht. Ist Wurscht. Mich überrascht nur nicht, dass es Nia Jax war. Im Ring immer unter ihren Möglichkeiten und wie viele ihrer Kolleginnen nicht bei der Sache, wenn es drauf ankommt. WWE trägt hier eine Teilschuld, zugegeben – aber wenn ich an Jax Stelle stehe und kurz vor einem der bedeutendsten PPVs des Jahres das Poster-Girl vor den Händen habe. selle ich was das Zeug hält oder überlasse diesen delikaten Part einer erfahreneren Wrestlerin. Aber davon hat WWE nicht mehr so viele. ich würde aber niemals meine geschlossene Hand, allgemeinhin Faust genannt, in das Gesicht meiner Kontrahentin werfen. Niemals. Das ist nicht Boxen und Du bist nicht Mike Tyson. Das ist Professional Wrestling oder sollte es zumindest sein. Ganz egal, ob ihr das als Sports Entertainment umlackiert.
Nun bläst der Cousine von The Rock ein eiskalter Wind ins Gesicht. Durch ihre saudumme Aktion fällt die Cash-Cow der derzeitigen Womens Division aus und muss der Main Event eines PPV umgestellt werden. Weshalb man dort nicht wenigstens noch das Positive aus dem angerichteten Schaden gezogen hat, ist mir ein völliges Rätsel. Man muss nur hören, welcher Jubel aufkommt, als Lynch bei ihrer Wahl der Ersatzkandidatin zu Asuka kommt! Für die Japanerin wäre diese Nominierung nach ihrer bisherigen, verbookten WWE Karriere ein Segen gewesen. Nun haben wir Charlotte Flair.
Und WWE verkauft es uns jetzt durch die Hintertür als nuclear heat für Nia Jax. Da kann ich nur sagen, vom Regen in die Traufe und auch noch stolz darauf. Liebe Nia Jax, liebes WWE – die Hälfte des Frauen-Kaders wird derzeit von dem Geld bezahlt, was ihr dank Becky Lynchs Mega-Run einnehmt, nicht weil die Leute eine grimmige Nia Jax sehen wollen.

Danke für nichts, Nia Jax.

Absurd: Daniel Bryans Heelturn und Titelgewinn gegen AJ Styles

Wie auch immer das zustande gekommen ist, es ist absurd. In jeder Hinsicht.

Daniel Bryan, the Yes man, nimmt AJ Styles aus dem Nichts ein paar Tage vor dem Survivor Series PPV die SmackDown Championship ab. Durch einen Tiefschlag! Das heisst also auch noch Heelturn eines der Mega Babyfaces der letzten Jahre. Hat sie WWE nicht mehr alle?

Natürlich war Bryans Performance nach seiner Rückkehr als aktiver Wrestler im Grunde enttäuschend. Es ist verständlich, dass Daniel Bryan nicht gleich im ersten Match einen Klassiker abliefert. Ringrost ist eben Ringrost. Davor ist auch ein Ausnahmekämpfer wie Bryan nicht gefeit, aber ein Fehdenprogramm gegen The Miz? Wirklich? Und dann noch mit so halbgaren Ergebnissen und im Mixed Tag Team? Sorry WWE, dass das Interesse am Anführer der Yes Bewegung nicht größer ist als es sein sollte, liegt eben auch daran, dass man ihn gegen Midcarder ins Programm schickt. Als ob ein Daniel Bryan noch irgendwas beweisen muss.

Nun dieser Heelturn und der Titelgewinn aus dem Nichts. Es ist mir egal, wer auf diese Idee gekommen ist und warum. Sie ist schwachsinnig. Auch wenn Bryans Entwicklung nach der Rückkehr in den Ring nicht mehr denselben Zauber verbreitet, wie noch vor 4 Jahren, ist er immer noch der beliebsteste Wrestler bei WWE. Niemand erhält Kader-übergreifend, ortsunabhängig solche Reaktionen. Niemand zieht so viele Leute zu einem Event.
Normalerweise dauert es Jahre, bis man so einen Glücksfall heranzüchtet und in dieser Ausprägung passiert es einmal im Jahrzehnt, dass ein derart genuitiver Publikumsliebling daherkommt … und WWE wirft es weg.

Und jetzt gibt es Dresche von Brock Lesnar

Da müht sich dieses kleine dicke Wiesel Paul Heyman noch am Montag das Aufeinandertreffen seines Mandanten und WWE Universal Champion Brock Lesnar mit dem SmackDown Heavyweight Champion AJ Styles zu verkaufen, nur um dann am Dienstag von den Ereignissen überrollt zu werden.
Jetzt als Daniel Bryan gegen Brock Lesnar. Das Match, was sich Bryan nach Selbstauskunft bereits vor 4 Jahren gewünscht hat. Bereits zum damaligen Zeitpunkt hat man Bauchschmerzen wegen dieser Konstellation gehabt. Nun, nach einer fast zum Karriereende mutierten Auszeit von mehreren Jahren und einem sehr fragilen Nacken, sind die Bauchschmerzen zu einer Magenkolik angewachsen. Lesnar kann nicht wirklich wresteln (oder will es nicht). Er wirft einfach Leute durch den Ring, die meistens unglücklich auf ihrem Nacken landen. Es sei denn, man lässt ihn gegen ebenbürtige Athleten antreten (siehe Braun Strowman, aber das ist noch eine ganz andere Geschichte).

Daniel Bryan wird von Lesnar zu Hühnerfutter verarbeitet und WWE kann von Glück sagen, wenn es danach nicht zum absolut unverrückbaren Karriereende von Bryan kommt. Die Match-Booker müssen sich auch was aus den Fingern saugen, um das Match zwischen diesen ungleichen Kontrahenten glaubhaft zu gestalten. Natürlich kann jetzt Daniel Bryan mit seiner neuen Heel-Attitude zu allerlei unfairen Tricks greifen, aber das macht das Match nicht ansehnlicher. Wie man jetzt auch den Fakt, dass hier Heel gegen Heel antritt, lösen will, wird auch interessant.

Becky Lynchs Heelturn

Ihr habt es alle mitbekommen. Beim Summerslam 2018 turnt WWE Becky Lynch Heel, nachdem sich Charlotte Flair nun zum 7. Mal (!) die Womens Championship sichern durfte.

Ich halte das Ganze für eine Schnapsidee, die wieder einmal offenlegt, wie wenig Fingerspitzengefühl WWE beim Booking allgemein an den Tag legt (es gibt sicher Ausnahmen) und wie sehr sie auf die „Fans“ scheissen. So sehr ich auch die Motivation für diesen Schachzug verstehe und einige positive Nebenwirkungen registriere, so sehr gönne ich ihnen den Mißerfolg dieser Storyline.

Fangen wir mal mit dem „Warum“ an.

Natürlich geht es nicht um poor little Becky Lynch, WWE hat selbstverständlich das Große Ganze im Blick. Und das lautet Charlotte Flair gegen Ronda Rousey bei Wrestlemania 2019. Wenn ich das richtig verstanden habe, soll die „Queen“ Charlotte Flair als Siegerin aus diesem Main Event gehen. Das kann sie natürlich nur als Babyface, was auch bedeutet, dass auch bei Rondy Rousey ein Heelturn ansteht.
Mit diesen Aussichten steht WWE nun vor dem Problem, für die Zeit bis dahin ein glaubwürdiges Beschäftigungsprogramm für Ric Flairs Tochter zu finden. Und da haben wir schon das erste Problem.

Mit glaubwürdigen Heels bei SmackDown sieht es mau aus!

Wir haben mit viel Glück Carmella als Verlegenheits-Champion überlebt. Die Ilconics sind in jeder Hinsicht Underperformer und Mandy Rose sowie Sonya Deville erhalten so gut wie keine Publikumsreaktion. Becky Lynch ist die Einzige im Roster, die sowohl vom Charisma als auch von den wrestlerischen Fähigkeiten das Zeug dazu hätte, eine glaubwürdige Gegnerin für Flair darzustellen. Dass es WWE nicht schafft, solide Charaktere (vor allem bei den Frauen) aufzubauen, ist nicht Becky Lynchs Schuld – aber sie muss es ausbaden.

Charlotte Flair als der weibliche Roman Reigns?!

7. Titelgewinn – meine Fresse. Hier drängen sich ja schon Vergleiche zu Roman Reigns auf. Früher hieß es immer, wenn Du Wrestler zur Auswahl hast und nicht weißt, wen Du zum Champion machen sollst: nimm den Schlechteren. Bei dem kann der Titel die Unzulänglichkeiten kompensieren. Und so wirkt es auch bei Charlotte Flair. Die Publikumsreaktionen speisen sich doch vor allem aus der Tatsache, dass sie Tochter einer Ikone ist, die sie zudem schamlos kopiert. Schon dass sie sich in letzter Sekunde in das Titelmatch zwischen Carmella und Becks reingedrängt und es damit zu einem Triple Threat Match gemacht hat, ist den Fans sauer aufgestoßen.

Sympathien des Publikums? Natürliche Begabungen? Spielt für WWE alles keine Rolle.

Mir steht jedes Mal sprichwörtlich der Mund offen, wenn ich erlebe, wie sich WWE (wahrscheinlich mit Wonne) über die Stimmungen und Sympathien des Publikums hinwegsetzt.
Charlotte Flair wird allenfalls respektiert für ihre Leistungen im Ring, nicht geliebt. Becky Lynch wird trotz des miesen Bookings, was WWE auf sie abfeuert, vom Publikum geliebt wie keine andere Wrestlerin. Sie ist der Daniel Bryan der Womens Division. Selbst wenn sie süße Katzenbabys foltern und einem Baby den Schnuller wegnehmen würde, das Publikum würde jubeln.
Man weiß nicht warum, bei einigen Wrestlern scheint ihre Rolle, ihr Gimmick genetisch festgelegt zu sein. Sie weisen einfach eine natürliche Begabung auf und das Publikum spürt das. Als Booker bzw. Promoter muss man nur solche Stimmungsbilder erkennen und danach handeln, dann drängen einem die Fans das Geld förmlich auf.
Ich sage ja nicht, dass Charlotte als Babyface nicht funktioniert und Lynch keinen passablen Heel abgeben kann, aber die Begabungen liegen hier doch eindeutig anders verteilt. WWE ist das mal wieder völlig schnurz. Dass Becky Lynch noch beim Summerslam bejubelt wurde und gleich darauf in einer Promo die fehlende Unterstützung der Fans anprangern muss – die Kreativabteilung von WWE hält ihre Konsumenten für genau so dumm.

Springt denn dabei auch was Positives heraus?

Oh ja, ich würde sagen schon. Nur anders, als es sich WWE gedacht hat. Jahrelang wollten die Becky-Fans sie auch mal als Heel sehen und nicht nur als den lustigen Sidekick an der Seite von Charlotte Flair. Nun haben wir unseren Wunsch erfüllt bekommen, auch wenn es anders gedacht war. Redet jetzt noch jemand von Roman Reigns und dem Abgang von Brock Lesnar? Nein. Becky erhält nun einfach einmal die Aufmerksamkeit, die wirkliche Aufmerksamkeit, die ihr zusteht. Und die Heel-Rolle steht ihr gut. Ihr Charakter wird dadurch erst richtig interessant.

Wenn die Storyline gelingt, wird am Ende nur eine davon profitieren: Charlotte Flair. Sie wird den Verrat ihrer ehemals dicken Freundin überlebt haben und gestärkt in das Wrestlemania Match gehen.
Bei Becky Lynch wird man den Scherbenhaufen einer einstmals festen Babyface Bank zusammenkehren und sich fragen, ob dieser Verlust für den kurzfristigen Erfolg einer anderen Wrestlerin lohnend war.

Wie wird WWE diese Storyline noch über die Bühne bringen?

Es gibt hier mehrere Möglichkeiten und sie alle hängen davon ab, wie sehr sich WWE von der Mißstimmung bei den Fans beeindrucken lässt. Wenn man diesen Roman-Reigns-Krampf als Vergleich heranzieht, dann lässt das nur den Schluß zu, dass die Storyline auf Biegen und Brechen durchgezogen wird und wenn es 20% der Zuschauer kosten wird.
Wenn Madame Flair ihre Felle davonschwimmen sieht und protestiert, werden sie sich etwas einfallen lassen. Entweder (nach Vince Methode) noch weiter aufs Gaspedal drücken und den Abgrund mit 220 km/h nehmen oder die Storyline kurzerhand abbrechen. Ganz ehrlich, ich sehe keinen Mittelweg, das zu korrigieren. Es sei denn, man zieht für Flair ebenso einen Heelturn in Betracht, was aber wegen der Wrestlemania Geschichte eher unwahrscheinlich ist. Sturrköpfig, wie man Stamford seit jeher ist – kann Becks schon mal das Skalpieren von süßen Katzenbabies trainieren oder sich auf ein Duett mit Elias vorbereiten. Hauptsache, auf Krampf Heat generieren.

Wie gesagt, der Heelturn und die Fehde der ehemals besten Freundinnen war eine absehbare Storyline – die grandios scheitern musste. Daran ist WWE aber selbst schuld, weil sie das Potential ihres Kaders nicht einschätzen können (wollen?) und es offensichtlich eine ungeschriebene Regel gibt, den Fans nicht zu geben, was sie wollen.

Die lebende Legende – Bruno Sammartino – mit 82 Jahren gestorben

Ich habe noch nichts über den Tod von Bruno Sammartino geschrieben, das ist wahr.

Soviel werde ich auch nicht dazu schreiben, das haben andere schon zur Genüge getan.

Nur soviel: wer kann von sich schon behaupten, bereits zu Lebzeiten eine Legende gewesen zu sein?

Insgesamt hielt Bruno die Schwergewichtsmeisterschaft für 11 Jahre, davon etwas über 7 Jahre am Stück! Wenn man bedenkt, dass diese Titelregentschaften vorher abgesprochen werden, ist diese Leistung umso bemerkenswerter, da es bedeutet, dass der Inhaber über einen so langen Zeitraum die Gunst des Publikums besaß und die Hallen füllte (ich weiß gar nicht, wie oft der Madison Square Garden von Bruno Sammartino ausverkauft wurde).

Sein Stil war jetzt nicht herausragend und schillernd, er wird auch nicht als Innovator seines Sports in die Annalen eingehen – aber Sammartino war ein begnadeter Allrounder. Er wusste sich in seinem Stil jedem Herausforderer anzupassen – ein wichtiger Grund für seine langanhaltende, erfolgreiche Karriere.
Dazu gehörte er zur heute selten gewordenen Kategorie von Professional Wrestlern, denen man ihren Ernst abnahm und sie als Charakter respektierte. Alles was Bruno in Promos sagte, klang wahr und überzeugend. Alles was er im Ring tat, unterstützte sein Gimmick.
Abgesehen von den letzten Monaten, in denen er von einer kurzen und schnell ablaufenden Krankheit niedergerungen wurde, hätte ich sogar Bedenken gehabt, ihn im Alter von 82 Jahren im Ring zu konfrontieren. Der Mann war topfit für sein Alter und hatte einen Körper, für den ihn manch 60jähriger beneiden müsste.

Es hat mich sehr gefreut, dass Sammartino in seinen späten Jahren (es gab Zeiten, da lag er mit dem modernen Wrestling ala WWE einfach nur über Kreuz) seinen Frieden mit der Wrestlingwelt des neuen Jahrtausends gemacht hat und in die WWE Hall of Fame aufgenommen wurde. Den größten Anteil daran hatte Triple H, von dem die Initiative ausging.

Mit Bruno Sammartino verliert die Wrestlingwelt einen wahrhaften und respektierten Botschafter des Professional Wrestling.

Greatest Royal Rumble in Saudi Arabien?

50 Mann Battle Royal.
Triple H tritt gegen John Cena an.
Roman Reigns versucht erneute, gegen Brock Lesnar zu bestehen.
Die Damen werden …

Ach ja, die Damen werden gar nichts. Die finden nämlich nicht statt, weil die Scheichs des wahabitischen Islams keine Frauen in einer „männlichen Sportsdomäne“ sehen wollen. WWE fährt trotzdem hin. Ein paar Millionen Euro sind halt doch wichtiger.

Dann zieht mal eure Show dort durch.

Aber ohne mich.