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WWE Monday Night Raw – die wichtigste TV Show im Pro Wrestling

Kurz vor WWE Survivor Series: Becky Lynch verletzt, Daniel Bryan Überraschungschampion

Wie es aussieht, geht es kurz vor dem traditionellen Herbst PPV von WWE drunter und drüber. ich bin ehrlich, ich finde das Konzept der Survivor Series albern. Zwei Roster, die in sich selbst schon genug Eigendynamik, Storylines, Fehden und Gimmicks entwickeln, sollen für einen Tag als konforme Einheit funktionieren und gegen den anderen Roster oder Brand antreten. Wie glaubhaft soll das sein? Es gibt ja nicht einmal etwas zu gewinnen. Abgesehen von der goldenen Ananas.

Becky Lynch bei der RAW Invasion von Nia Jax schwer verletzt

Und ganz besonders unglaubwürdig ist die alljährliche Invasion des SmackDown Kaders bei RAW und die anschließende Retourkutsche von RAW bei der blauen Show. Jedes Jahr dieselbe Leier und jedes Jahr tut jeder maximal überrascht, dass dies passiert.

Zugegeben, Becky Lynch dabei zuzusehen, wie sie Ronda Rousey in ihrem Dis-Arm-Her quält war schon eine Freude. Ich komme mit Rousey nicht klar. Ihr grimmiger Gesichtsausdruck erinnert mit an ein Kind, das seine Süßigkeiten nicht erhält.
Den folgenden Brawl der SmackDown Damen mit den RAW Damen hatte man erwartet, aber der Ausgang bzw. die Konsequenzen dieser völlig sinnlosen Veranstaltung können einen Wrestling Fan nicht erfreuen:

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https://www.youtube.com/watch?v=HuAya4pbu-I

Nia Jax gongt „The Man“ Becky Lynch dermaßen Eine, das bei der Irin die Nase bricht und sich eine schwere Gehirnerschütterung zuzieht. Mit blutverschmiertem Gesicht bringt Becks (unter lautem Jubel und Becky-Rufen) den Angle zu Ende und zieht einer herbeigeeilten Rousey noch ein paar Mal einen Klappstuhl über. Dabei sorgt sie für eine totale Rollenumkehr, denn bejubelt wird die Heel-Championess aus dem blauen Brand und nicht der zusammengefaltete Damen-Roster der roten Show.

Am Dienstag bei SmackDown stellt sich heraus, dass Becky Lynch keine Freigabe der WWE Ärzte für den Survivor PPV am Wochenende erhalten wird, wo sie eigentlich auf RAW Championess Rondy Rousey treffen sollte. Schlimmer noch, sie musste ihren vakant gewordenen Platz an ihre Erzfeinding Charlotte Flair abtreten. Und jetzt kommt es ganz dicke: Bei der Übergabe umarmte sie mehr als innig ihre ehemals beste Freundin und nun Hassobjekt Charlotte Flair, mit der sie laut Storyline spinnefeind ist. Passt das zum mühsam aber erfolgreich aufgebauten Heel-Charakter?

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https://www.youtube.com/watch?v=m6BRM3Enzvw

Hier wiederholt sich die Superstar Billy Graham Story vom Verlegenheits-Heel-Champ, der mehr over ist als er sein sollte. Nur um dann urplötzlich mitten im Run abgesägt zu werden, weil es Langzeitpläne so wollten.

Nia Jaxa empfängt Backstage Heat

Jaja, ich lese und höre es überall. Keine Absicht, passiert halt, das ist eben das Risiko … yada yada yada.
Mag so sein oder nicht. Ist Wurscht. Mich überrascht nur nicht, dass es Nia Jax war. Im Ring immer unter ihren Möglichkeiten und wie viele ihrer Kolleginnen nicht bei der Sache, wenn es drauf ankommt. WWE trägt hier eine Teilschuld, zugegeben – aber wenn ich an Jax Stelle stehe und kurz vor einem der bedeutendsten PPVs des Jahres das Poster-Girl vor den Händen habe. selle ich was das Zeug hält oder überlasse diesen delikaten Part einer erfahreneren Wrestlerin. Aber davon hat WWE nicht mehr so viele. ich würde aber niemals meine geschlossene Hand, allgemeinhin Faust genannt, in das Gesicht meiner Kontrahentin werfen. Niemals. Das ist nicht Boxen und Du bist nicht Mike Tyson. Das ist Professional Wrestling oder sollte es zumindest sein. Ganz egal, ob ihr das als Sports Entertainment umlackiert.
Nun bläst der Cousine von The Rock ein eiskalter Wind ins Gesicht. Durch ihre saudumme Aktion fällt die Cash-Cow der derzeitigen Womens Division aus und muss der Main Event eines PPV umgestellt werden. Weshalb man dort nicht wenigstens noch das Positive aus dem angerichteten Schaden gezogen hat, ist mir ein völliges Rätsel. Man muss nur hören, welcher Jubel aufkommt, als Lynch bei ihrer Wahl der Ersatzkandidatin zu Asuka kommt! Für die Japanerin wäre diese Nominierung nach ihrer bisherigen, verbookten WWE Karriere ein Segen gewesen. Nun haben wir Charlotte Flair.
Und WWE verkauft es uns jetzt durch die Hintertür als nuclear heat für Nia Jax. Da kann ich nur sagen, vom Regen in die Traufe und auch noch stolz darauf. Liebe Nia Jax, liebes WWE – die Hälfte des Frauen-Kaders wird derzeit von dem Geld bezahlt, was ihr dank Becky Lynchs Mega-Run einnehmt, nicht weil die Leute eine grimmige Nia Jax sehen wollen.

Danke für nichts, Nia Jax.

Absurd: Daniel Bryans Heelturn und Titelgewinn gegen AJ Styles

Wie auch immer das zustande gekommen ist, es ist absurd. In jeder Hinsicht.

Daniel Bryan, the Yes man, nimmt AJ Styles aus dem Nichts ein paar Tage vor dem Survivor Series PPV die SmackDown Championship ab. Durch einen Tiefschlag! Das heisst also auch noch Heelturn eines der Mega Babyfaces der letzten Jahre. Hat sie WWE nicht mehr alle?

Natürlich war Bryans Performance nach seiner Rückkehr als aktiver Wrestler im Grunde enttäuschend. Es ist verständlich, dass Daniel Bryan nicht gleich im ersten Match einen Klassiker abliefert. Ringrost ist eben Ringrost. Davor ist auch ein Ausnahmekämpfer wie Bryan nicht gefeit, aber ein Fehdenprogramm gegen The Miz? Wirklich? Und dann noch mit so halbgaren Ergebnissen und im Mixed Tag Team? Sorry WWE, dass das Interesse am Anführer der Yes Bewegung nicht größer ist als es sein sollte, liegt eben auch daran, dass man ihn gegen Midcarder ins Programm schickt. Als ob ein Daniel Bryan noch irgendwas beweisen muss.

Nun dieser Heelturn und der Titelgewinn aus dem Nichts. Es ist mir egal, wer auf diese Idee gekommen ist und warum. Sie ist schwachsinnig. Auch wenn Bryans Entwicklung nach der Rückkehr in den Ring nicht mehr denselben Zauber verbreitet, wie noch vor 4 Jahren, ist er immer noch der beliebsteste Wrestler bei WWE. Niemand erhält Kader-übergreifend, ortsunabhängig solche Reaktionen. Niemand zieht so viele Leute zu einem Event.
Normalerweise dauert es Jahre, bis man so einen Glücksfall heranzüchtet und in dieser Ausprägung passiert es einmal im Jahrzehnt, dass ein derart genuitiver Publikumsliebling daherkommt … und WWE wirft es weg.

Und jetzt gibt es Dresche von Brock Lesnar

Da müht sich dieses kleine dicke Wiesel Paul Heyman noch am Montag das Aufeinandertreffen seines Mandanten und WWE Universal Champion Brock Lesnar mit dem SmackDown Heavyweight Champion AJ Styles zu verkaufen, nur um dann am Dienstag von den Ereignissen überrollt zu werden.
Jetzt als Daniel Bryan gegen Brock Lesnar. Das Match, was sich Bryan nach Selbstauskunft bereits vor 4 Jahren gewünscht hat. Bereits zum damaligen Zeitpunkt hat man Bauchschmerzen wegen dieser Konstellation gehabt. Nun, nach einer fast zum Karriereende mutierten Auszeit von mehreren Jahren und einem sehr fragilen Nacken, sind die Bauchschmerzen zu einer Magenkolik angewachsen. Lesnar kann nicht wirklich wresteln (oder will es nicht). Er wirft einfach Leute durch den Ring, die meistens unglücklich auf ihrem Nacken landen. Es sei denn, man lässt ihn gegen ebenbürtige Athleten antreten (siehe Braun Strowman, aber das ist noch eine ganz andere Geschichte).

Daniel Bryan wird von Lesnar zu Hühnerfutter verarbeitet und WWE kann von Glück sagen, wenn es danach nicht zum absolut unverrückbaren Karriereende von Bryan kommt. Die Match-Booker müssen sich auch was aus den Fingern saugen, um das Match zwischen diesen ungleichen Kontrahenten glaubhaft zu gestalten. Natürlich kann jetzt Daniel Bryan mit seiner neuen Heel-Attitude zu allerlei unfairen Tricks greifen, aber das macht das Match nicht ansehnlicher. Wie man jetzt auch den Fakt, dass hier Heel gegen Heel antritt, lösen will, wird auch interessant.

Nein, ich brauche keine DX Reunion in 2018

Geld stinkt nicht.

Das ist Vince McMahons Mantra, seitdem er WWE von seinem Vater übernommen hat. Also ist es auch nur folgerichtig, dass er aus den Stars von einst solange Dollarscheine herauspresst, wie die sich noch einigermaßen im Ring bewegen können. Dass deren große Zeit schon 20 Jahre zurückliegt, interessiert dabei kaum. Deshalb haben wir bei WWE Super ShowDown 2018 auch Undertaker vs. Triple H bekommen, sehen jetzt die Wiedervereinigung der Degeneration X bei RAW und werden nach einigen Tag Team Zwischenspielen auch noch einmal Shawn Michaels vs. Undertaker zu sehen bekommen.
In diesem Moment, als Undertaker, Triple H, Kane und Shawn Michaels zusammen im Ring standen, da hätte eine Geburtstagstorte aller zusammen über 200 Kerzen tragen müssen.
Eindeutig zuviele, wenn ihr mich fragt.

Das ist der Kontext, unter dem sich auch die plötzliche DX Reunion einordnen lässt. Die Stars von 1998 in einer Storyline 2018, die keinen interessiert (außer den zahlungswilligen Arabern), die dröge daherkommt und die mit dem aktuellen Geschehen soviel zu tun hat, wie eine Milchkuh mit der Raumfahrt. Are you ready? No!

Die Beteiligten sind aber selbst schuld.
Triple H hat sich die falschen Entscheidungen seines Mentors und Vorbild Ric Flairs als Orientierungshilfe genommen. Der Rückzug des Nature Boys vom aktiven Wrestling kam gut 10 Jahre zu spät und Triple H bewegt sich genau in diese Richtung.
Shawn Michaels Rücktritt kam genau richtig, der Ruhestand schien ihm zu bekommen und sein konsequente Nein zu den Forderungen nach einem letzten Kampf war anerkennenswert. Doch mit dieser Reputation ist es jetzt nicht mehr weit her.
Kane ist da nur noch deshalb beteiligt, weil es seine letzte Chance ist, noch einmal relevant zu sein, bevor die Aufnahme in die WWE Hall of Fame ansteht.
Undertaker ist mit die tragischste Figur in diesem Spiel. Er hätte als wahre Legende abtreten können. Mit 20 (!) Wrestlemania Siegen. Doch leider hat er sich überreden lassen, diese Serie für die Ewigkeit wegzuwerfen, um einen Part-Timer wie Brock Lesnar zu pushen, dem Wrestling nichts und Geld alles ist. Dann auf einmal sieht es nach einem Karriereende aus, weil ihn der unvermeidliche Roman Reigns besiegen darf und sich damit brüstet: I retired the Undertaker. Nur komisch, dass der nicht allzu lange danach wieder im Ring steht. Alles nur noch unglaubwürdig und bedauerlich. Ein „I quit Match“ und dann schön per Legendenvertrag von Autogrammstunde zu Autogrammstunde reisen – das wäre es doch gewesen?

Jedenfalls müssen wir jetzt bei RAW wieder die schalen Witze eines krampfhaft pubertären Stables ertragen. Inklusive Glow Sticks, T-Shirts und „Suck it“ Catchphrases. Wichtigen Akteuren werden wertvolle Minuten am Mikro und im Ring geklaut, weil es die alten Herren noch einmal wissen wollen.

Und das alles, weil ein paar Scheichs in Saudi Arabien 20 Jahre zu spät gekommen sind.

Kommt Roman Reigns um eine Strafe herum?

Bei Enzo Amore ging es ja sehr schnell. Obwohl er aktueller Titelträger bei WWE war, hat ihn die Promotion umgehend an die Luft gesetzt, als die Anzeige einer Vergewaltigung gegen ihn bekannt wurde. Dass er kurzzeitig „nur“ suspendiert war, geschenkt.

Nun wird Roman Reigns zwar keine Vergewaltigung zur Last gelegt, aber es geistern Anschuldigungen herum, die etwas mit illegalen Substanzen bzw. Medikamenten zu tun haben.

Ich denke mal, dies war auch der Grund, warum Reigns seine Intercontinental Championship an The Miz abgeben musste, als der wieder vom Filmdreh (The Marine 6) zurück war. Mal abgesehen davon, dass die IC Championship sowieso nicht der passende Titel für „den Typen“ ist, scheint das bisher alles zu sein, was WWE ihrem neuen Posterboy an Strafen aufs Auge drückt. Nach dem Enzo Amore Debakel versucht man Ruhe reinzubringen und hält den Deckel drauf. Der Verlust des IC Gürtels lässt sich auch als „jetztkannersichaufdieUniversalChampionshipkonzentrieren“ Storyline verkaufen.

Ich möchte hier mal betonen: Entweder ist er zu gerissen, um sich erwischen zu lassen oder er ist in dieser Hinsicht tadellos – jedenfalls gab es niemals solche Probleme mit John Cena. Vielleicht versteht man das jetzt besser, als John Cena 2017 zu Roman Reigns sagte:

Der Grund warum ich als Part-Timer immer noch hier bin lautet: Du machst Deinen Job nicht!

WWE zum Kopfschütteln und Fremdschämen

Ja, man schüttelt mit dem Kopf und schämt sich ganz doll fremd für das, was WWE einem (und das gar nicht mal so selten) an Storylines und Angles anbietet. Trauriger Höhepunkt war das „Aufeinandertreffen“ von Braun Strowman, Brock Lesnar und Kane in der RAW Ausgabe vom 8.1.2018.

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Warum das mit Jason Jordan nicht funzt

Ich gestehe, ich mag Jason Jordans in-Ring-Arbeit mehr als die von vergleichbaren Wrestlern. Ich halte ihn zudem für sehr talentiert und das zusammen mit seine Statur sowie seinem guten Aussehen schreit einfach nur nach Babyface, athletischen Typs. Allerdings gibt es aktuelle eine ganze Reihe von Fallstricken, die man erst beseitigen müsste.

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Roman Reigns holt sich den IC Titel von The Miz

Da hat Roman Reigns aber Glück, dass The Miz (zusammen mit Becky Lynch und Shawn Michaels) wieder für Dreharbeiten an The Marine 6 abgestellt wird. Der damit vakante Titel ging Wunder oh Wunder an den großen Samoaner. Die seit Beginn völlig auf Reigns zugeschnittene Shield-Reunion wirkt beim Publikum wohl nicht wie erwartet, so dass man ihn wieder mit Titeln und Gürteln zuscheißen muss. Ich bin mal gespannt, ob Lesnar das auch so sieht und sich für den Big Dog be Wrestlemania hinlegt.

Warum der Split des Tag Teams Big Cass und Enzo Amore richtig war

Seit Monday Night RAW vom 19.06.2017 ist das Tag Team von Colin Cassidy (Big Cass) und Enzo Amore Geschichte. Die Storyline wirkte zwar eilig zusammengeschustert und vorhersehbar, aber letzten Endes war es die richtige Entscheidung und ich sage euch auch warum.

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